Liebst du das Dunkel?!

by mw

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Titel: Liebst du das Dunkel
Autor: Barbara Schilling

Verlag: Periplaneta Berlin
ISBN: 978-3940767554
Seiten: 120 S. Texte/ Fotografien & Hörbuch-CD
Preis: 14,00 EUR

(In allen Onlineshops erhältlich, bei periplaneta.com oder gern auch hier:
kostenloser Direktversand mit Widmung der Autorin)
Die Autorin über das Buch:

Ich möchte euch an dieser Stelle mein neuestes Buchprojekt vorstellen:
`Liebst du das Dunkel´ (Unterhaltsam-morbide Lyrik und Prosa, s/w-Fotografien & Hörbuch-CD)

In diesem Buch habe ich verschiedene z. T. prämierte Texte – Kurzgeschichten und Gedichte …, von Gruselromantik bis Wahn-Krimi – mit zahlreichen atmosphärischen (Reise-)Fotografien arrangiert.
Das Dunkle, die Kante am Abgrund ist das Thema dieses Buches, das sich auf jeder Seite, in jeder Zeile wiederfindet: Zwischen Sehnsucht, Tod und Wahnsinn gibt es viel literarischen Spielraum, der faszinierend morbide, teilweise sogar grotesk-komische Züge annehmen kann.
Lasst euch – am besten am Abend bei Kerzenschein – überraschen!

Klappentext:

Dies ist die dunkle Seite von Barbara Schilling. Dunkel ist aber keineswegs immer nur düster oder beklemmend, sondern hat bei ihr viele Facetten. Neben Wahn und Einsamkeit begegnen uns auch Fernweh, Sehnsucht und so vor allem das Romantische und Melancholische. Ihr Repertoire reicht dabei vom kurzen nachdenklichen Vierzeiler bis zur mehrseitigen Kurzgeschichte ohne Happy End… Ihre Verse und Gedanken hat die in Potsdam lebende Autorin mit zahlreichen Fotografien und einer selbst eingesprochenen CD zu “einer runden Sache gemacht”.

Fazit: Nichts für schwache Nerven :-)

Inhalt:

Widmung

Für alle, die das Dunkel lieben,
die den Wechsel zwischen Tag und Nacht
zu schätzen wissen.

Für alle, die mehr hören als andere,
mehr sehen als das Offensichtliche
und die Schönheit der Phantasie erkennen …

Leseproben

B.

In die Nacht geworfen:
Spaßhaber, Becksbier und Huren.
Kaum wird es dunkel,
kommen sie aus ihren Löchern heraus,
bevölkern die Straße, besetzen die Bürgersteige,
nehmen die Plätze ein.

Hier bleibt kein Auge trocken,
und keiner allein.
Mit Geld in der Tasche und Gel im Haar,
wird flaniert
auf der Meile der Eitelkeiten.
Hauptsache laut, Hauptsache bunt.
Coolness lässt sich in Labeln messen.

Sehnsucht betäubt.
Nervöse Unruhe auf Stöckeln.
Betonte Lässigkeit kann doch nicht
über die Leere der Augen hinwegtäuschen.

Doch manchmal, weit nach Mitternacht,
finden sich welche, die reden mit Verstand.
Auf dem Bordstein
sitzt endlich die ungeschminkte Wahrheit
und philosophiert über das Leben.

Der Mond weit oben
ist vergessen.

Ich

Ich liege in der Badewanne und lausche dem leisen
Knistern der Schaumkronen. Mein Körper entspannt sich,
meine Seele macht Urlaub. Meine Hände fahren durch das
warme Wasser – nur ein paar lange dunkle Haare bleiben
hängen. Als ich aufschaue, entdecke ich einen winzigen
Blutstropfen auf meiner Fingerkuppe. Gedankenverloren
stecke ich sie in den Mund. Ich lasse meine Zehen auf dem
Rand der Badewanne Theater spielen. Wie niedlich – alle
zehn … Auf dem Knöchel hat sich eine rote Stelle gebildet.
Hm, sieht aus wie eine Pustel. Vorsichtig drücke ich an
ihr herum und plötzlich schießt ein eitriger Strahl aus der
aufgeplatzten Haut. Sämige Tropfen schwimmen auf der
Wasseroberfläche um mich herum. Ich beeile mich, meinen
Finger aus dem Mund zu nehmen, doch meine Zunge
trifft auf etwas Hartes. Hastig spucke ich Blut und einen
einzelnen weißlich-grauen Fingernagel in meine freie
Hand. Als ich schreien will, verschlucke ich mich an meinen
Vorderzähnen, die mir in die Kehle fallen. Meine Zunge zerfällt.
In Panik stütze ich mich auf den weißen Keramikrand:
raus raus raus! Es knackt; verwirrt schaue ich auf meine
Hand, die seltsam verdreht im Gelenk hängt.
Stumm sinke ich tief zurück in das kalte Wasser und spüre
nach, wie sich meine Haut langsam vom Fleisch löst.

Die ertrunkene Sirene

Neblig glühen ferne Lichter.
Tiefe Wasser sprudeln auf.
Fahle dunkle Abendsonnen
glänzen feucht auf weißer Haut.

Wellen schmiegen lange Haare
über zartes Schlüsselbein.
Feine Schleier, Wassergeister
schützen diesen schlanken Leib.

Und schon schwebt das Kind vorüber,
das so früh den Tod empfing.
Lethe schließt es in die Arme,
wo geht seine Reise hin?

Die Grillen zirpen fromme Lieder,
lassen Winde aufersteh‘n.
Und so manche holde Jungfrau
sah Geister durch die Moore geh‘n.

Schlosspark im Schnee

Blicklose Fenster
Verschleierte Statuen
Seenbezwinger:
Wenige, die über das Wasser wandeln.

Die Ruhe vor dem Touristensturm.
Am Horizont droht der Frühling schon
– mit Lärm und Pauschalangeboten.

Finissage
Die Ausstellung „Hinter der Stirn“
… lässt ihre unliebsamen Besucher herein.
Durch Augen und Ohren,
durch Nase und Mund stürmen
die Neugierigen entschlossen die Gänge entlang,
besetzen die Wände,
zerkratzen die Decke mit ihren rauen Stimmen.

Wollen alles sehen, nichts verstehen,
betreten jeden Raum – ohne die Schildchen zu lesen.
Zensieren jeden Gedanken
ohne Sinn und Verstand.
Was nicht ins Bild passt,
wird gnadenlos zerrissen –
ihre Kritik kennt kein Pardon.

Zerreden all die Gefühle der Kreation,
Künstler fliehen, verstecken sich eingeschüchtert
hinter Leinwand und Gips.
Ritzen sich aus Verzweiflung
Signaturen in die eigene Haut.

„Über Kunst kann man nicht streiten“,
sagen die Ärzte – und verlassen den Raum …

Grenzgänger

Ein kleiner Schritt nur
bis zum Rand.
Der Sprung des Mutes,
der Flügel dir verleiht …

Ein kleiner Schritt nur
rechts zum Tisch,
auf dem die weißen Kapseln
dich willkommen heißen.

Ein kleiner Schritt nur
auf den Lauf der Waffe zu,
der einen großen Abgang dir verspricht.
Der Blick ins Ungewisse.

Ein kleiner Schritt nur
fort vom Stuhl,
der den schlaffen Strick noch zügelt.

Dann – atemlose Stille.
Zu groß scheint doch
der letzte kleine Schritt …

Ein kleiner Schnitt nur,
bis das Blut dich endlich wärmt.

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