Kolumne | Review Fläming-Festival

by mw

Konzerte haben schon etwas Tolles: Man lernt gewollt oder ungewollt die schönsten Fleckchen Deutschlands kennen. In diesem Fall ging die Reise allerdings gar nicht mal so weit: nur ein paar Dutzend Kilometer hatten wir hinter uns zu bringen … und dies in Richtung brandenburger Wald-Und-Wiesen-Land. Da wohnt man also dicht an dicht, Tür an Tür, Baum an Baum mit der herrlichen flämischen Landschaft und ich alte Stadtwurst hatte keine Ahnung von diesem reichhaltigen Naturangebot  rund um Lehnin. Bis Werder hatte ich es ja schon einmal geschafft, aber nun kenne ich auch die restlichen 15 Kilometer des Brandenburger Landes. Viel Grün, viel Grün und viel ähh … mmh … Natur.

Und inmitten dieses Kleinods stand dann also die Hauptbühne des Fläming-Festivals. Schön – und nicht ganz so schön, da die Anfahrt mit dem Wagen natürlich nicht eingeplant war. Stattdessen lag der Künstlerparkplatz stolze zehn Gehminuten vom Geschehen entfernt. Allerhand für einen Menschen wie mich – insbesondere, wenn man seinen 25-Kilo-Amp samt Zubehör schlörren darf. Egal: Denn der Veranstalter hatte ja ein Transportmittel zugesagt. Und jetzt kommts: EINE S C H U B K A R R E (siehe Beweisfoto)! Wie geil ist das denn?? Glücklicher Weise zauberte MacGyver-Klixx eine auf Taschentuchgröße zusammengefaltete Sackkarre aus den Tiefen seines Fluchtzwerges.

schubkarre

Der Auftritt war absolut spaßig und es hat schön geknallt. Als besonderes Highlight zu erwähnen: Während des Titels »Frei sein« (wohlgemerkt: eine Ballade!) steuerte plötzlich eine Schnapsdrohne auf die Bühne zu, setzte kühn zum Sprung an, merkte drei Sekunden vor der Angst, dass dies aufgrund der doch beachtlichen Höhe der Bühne eine scheiß Idee war, blieb auf der Hälfte der Strecke erstarrt am Bühnenrand kleben und fiel schließlich wie ein nasser Sack als »Stagediver des Abends« rücklings auf die Tanzfläche zurück: GENIALE SHOW!!! In solchen Momenten vermisst man eine Permanent-Kamera, denn mit diesem Act hätte sich der Knabe einen Liga-Platz auf You Tube gesichert.

Großartig auch die weitere Reaktion: Angesichts der misslichen Lage, entscheidet sich der geprellte Meister, einfach flach auf dem Rücken liegen zu bleiben und eine Weile zum Takt der Musik Schmetterling zu spielen. Schön. Schöner. Dankeschön ;-)

Okidoki. Lasst die Haare wehen, MW

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