Autoren: Charles H. Elliott und Laura Smith

Ein Buch für Interessierte, Angehörige, Pädagogen, Behandelnde und natürlich Betroffene. Es beschäftigt sich intensiv mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung, einer psychischen Erkrankung, die den Alltag vieler Betroffener und ihrer Familien mitunter stark beeinflusst.

Einige Herausforderungen wiederholen sich bzw. sind fast allen Facetten des Krankheitsbildes gemein. Und obgleich diese Störung recht weit verbreitet ist, wird sie häufig übersehen oder nicht ernst genommen. Gesellschaftlich herrscht noch viel Aufklärungsbedarf. Daher mein Eindruck: Ein Ratgeber, der sachlich und verständlich über das Thema informiert.

Ob „Gefühlschaos“, Realitätsverlust, Identitätsproblematiken oder „der innere Sturm“ … was BPS bedeuten kann, ist anfangs meist schwer meistern. Im Text wird kapitelweise umfassend beschrieben, was, wie und warum auftritt. Typische Symptome und Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit einer Borderline-Störung konfrontiert sind, sind anschaulich erläutert. Auch bei BPS mit Kindern, und was Warnzeichen und Diagnosen angeht.

Beispiele: ausgeprägte Stimmungsschwankungen, ein schwankendes Selbstbild, impulsives Verhalten und z. T. große Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Besonders gelungen finde ich, wie das Buch nicht nur die Sicht der Betroffenen selbst, sondern auch die Perspektive der Angehörigen einbezieht – auch von Therapeuten mitunter. So wird deutlich, wie belastend die Krankheit auch für das Umfeld sein kann und welche Unsicherheiten und Sorgen dabei entstehen.

Ein großer Pluspunkt des Buches ist die Praxisnähe. Es werden zahlreiche Strategien und Techniken vorgestellt, mit denen Betroffene evtl. lernen können, ihr Verhalten besser zu steuern und weniger impulsiv zu reagieren bzw. als Angehörige mit der Situation umzugehen. Dabei werden auch moderne Therapieansätze und neue psychotherapeutische Methoden erklärt, die Hoffnung machen und ggf. konkrete Hilfestellung bieten können. Ob Medikamente oder verschiedene aktuelle Therapien im Überblick – der umfassende Ratgeber hält eine menge, gut sortierter Informationen bereit.

Besonders gefallen mir am Schluss die „Top Ten“, die zehn besten Methoden, sich z.B. schnell zu beruhigen – oder aber 10 Arten, sich zu entschuldigen.

Ich denke (als Laie): Das Buch macht Mut. Es zeigt realistisch auf, wie schwierig der Weg zu einem stabilen Alltag sein kann, bleibt dabei aber immer lösungsorientiert. Die Botschaft wird klar: Auch wenn Borderline das Leben stark verändert kann, gibt es Wege und Möglichkeiten, (immer) wieder mehr Kontrolle zu gewinnen und langfristig selbstbestimmt zu handeln.

Eine empfehlenswerte (Einstiegs-)Lektüre für alle, die sich für das Thema „Borderline“ interessieren.