Wie Eltern sich nicht erschöpfen und Kinder nicht die ausgebrannten Erwachsenen von morgen werden

Damit sich Eltern nicht erschöpfen – von Dr. Mirriam Prieß

Die These: Burn-out entsteht nicht durch zu viel Arbeit, sondern wenn Beziehung nicht gelingt. Wer sich erschöpft, befindet sich in konfliktreichen Beziehungen und hat die Beziehung zu sich selbst verloren. Die Grundlage dafür wird früh gelegt – in der Kindheit.Dieses Buch ist ein klarer Aufruf zum Umdenken: ein Beziehungsspurwechsel zu sich selbst, in der Partnerschaft, in der Familie. Es ist entstanden aus der Arbeit mit erschöpften Eltern, die im Alltag funktionieren – und sich dabei unbemerkt selbst verloren haben.Es richtet sich an Eltern, die wissen wollen, wie sich Individualität, Partnerschaft und Elternsein wirklich vereinbaren lassen. An werdende Eltern, die verstehen wollen, wie sie ihrem Kind von Beginn an Beziehungsfähigkeit vermitteln können. Und an Eltern, die ihre Kindheitsprägungen hinter sich lassen wollen.

Man beschäftigt sich mit der Frage, warum viele Eltern im Familienalltag dauerhaft erschöpft sind. Das Buch richtet den Blick nicht nur auf eine zu hohe Arbeitsbelastung, sondern vor allem auf die Qualität von Beziehungen.

Die zentrale Aussage lautet: Burn-out entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen zu viel zu tun haben. Er kann entstehen, wenn Beziehungen von Konflikten, Erwartungen, fehlender Nähe oder Überforderung geprägt sind. Dabei geht es um die Beziehung zu sich selbst, zur Partnerin oder zum Partner, zu den Kindern und auch um die eigenen Erfahrungen aus der Kindheit.

Inhalt und zentrale Themen

Das Buch fordert Eltern dazu auf, ihre bisherigen Muster zu hinterfragen. Viele Menschen funktionieren im Alltag: Sie organisieren die Familie, gehen arbeiten, kümmern sich um Kinder und Haushalt. Dabei kann es passieren, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Gefühle kaum noch wahrnehmen.

Ein wichtiges Thema sind die Prägungen aus der eigenen Kindheit. Wer als Kind gelernt hat, immer stark sein zu müssen, Konflikte zu vermeiden oder die Erwartungen anderer über die eigenen Bedürfnisse zu stellen, nimmt solche Verhaltensweisen oft unbewusst mit in die eigene Familie.

Das Buch zeigt, dass Veränderung bei der eigenen Haltung beginnen kann:

Eigene Kindheitserfahrungen
            ↓
Gewohnte Verhaltensmuster
            ↓
Partnerschaft und Familienalltag
            ↓
Belastung oder gelingende Beziehung

Eltern sollen nicht perfekt sein. Entscheidend ist, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, offen über Belastungen zu sprechen und Beziehungen bewusst zu gestalten.

Buch mit hohem Praxisbezug

Das Buch ist aus der Arbeit mit erschöpften Eltern entstanden. Dadurch steht nicht nur theoretisches Wissen im Mittelpunkt, sondern auch die Erfahrung aus dem Familienalltag. Beschrieben werden Eltern, die nach außen hin alles schaffen, sich innerlich aber zunehmend leer, gestresst oder allein fühlen.

Praktische Fragen, die das Buch aufgreift, sind zum Beispiel:

  • Wie können Eltern ihre Bedürfnisse ernst nehmen, ohne sich schuldig zu fühlen?
  • Wie lassen sich Partnerschaft und Elternschaft besser miteinander verbinden?
  • Wie können Konflikte angesprochen werden, bevor sie die ganze Familie belasten?
  • Welche Muster aus der eigenen Kindheit möchte man an die eigenen Kinder weitergeben – und welche nicht?
  • Wie können Kinder lernen, Gefühle, Grenzen und Beziehungen gesund zu gestalten?

Die fachlichen Überlegungen werden dadurch verständlich, dass sie an Situationen aus dem Alltag anknüpfen: Streit über Aufgaben im Haushalt, fehlende Zeit als Paar, Überforderung durch Arbeit und Kinderbetreuung oder das Gefühl, allen gerecht werden zu müssen.

Für wen ist das Buch geeignet?

  • Eltern, die sich im Alltag ständig überfordert fühlen,
  • Paare, die trotz Familie ihre Beziehung nicht aus den Augen verlieren möchten,
  • werdende Eltern,
  • Menschen, die sich mit ihrer eigenen Kindheit und ihren Beziehungsmustern beschäftigen wollen,
  • Fachkräfte aus Erziehung, Beratung oder Familienarbeit.

Ergo

Es ist kein klassischer Ratgeber mit schnellen Lösungen oder einfachen Checklisten. Das Buch verlangt von seinen Leserinnen und Lesern, ehrlich auf das eigene Leben und die eigenen Beziehungen zu schauen. Es macht deutlich, dass Erschöpfung in Familien nicht als persönliches Versagen verstanden werden sollte. Sie kann ein Hinweis darauf sein, dass etwas im Zusammenleben, in der Partnerschaft oder im Umgang mit sich selbst verändert werden muss.

Die wichtigste Botschaft des Buches ist: Kinder profitieren nicht von perfekten Eltern, sondern von Erwachsenen, die ihre Gefühle ernst nehmen, Verantwortung übernehmen und Beziehungen bewusst gestalten.